Entdecke die kunst des achtsamen essens

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La Rochefoucauld

Ertappst du dich ab und an dabei, wie du hungrig einen Teller Teigwaren oder ein riesiges Stück Torte verdrückst und im Nachhinein merkst, dass du es gar nicht wirklich genossen hast?

Dann kann ich dir diesen Blogbeitrag nur ans Herzen legen. Ich führe dich ein in die Kunst des achtsamen Essen und wie du dieses auch in einen hektischen Alltag integrieren kannst.

Beitrag vom: XYZ

Die Kunst des achtsamen Essens

Die, die mich schon etwas länger kennen (und alle, die das Bild zu diesem Beitrag auf meinem Newsletter respektive auf Social Media gesehen haben ) wissen, wie sehr ich gutes Essen und insbesondere Süsses und Schokolade liebe. Ich kann es nicht verheimlichen, es ist Fluch und Segen zu gleich. Denn gegen gutes Essen an und für sich spricht ja nichts, aber es ist immer eine Frage der Menge.


Aber in diesem Beitrag solle es ja nicht um meine Essensgewohnheiten, sondern um achtsames Essen gehen. Trotzdem haben meine Essensgewohnheiten natürlich damit zu tun, wie ich zum achtsamen Essen gekommen bin. Und hätte ich mich nicht selber damit auseinandergesetzt, könnte ich mit dir natürlich auch nicht meine Erfahrungen teilen. Plus kommt hinzu: die Essgewohnheiten sind bei mir auch heute noch ein Thema und achtsames Essen gelingt mir noch lange nicht immer. Deshalb: male nicht gleich den Teufel an die Wand, wenn es nicht von Beginn weg klappt. Sieh es vielmehr als einen spannenden Weg an, auf welchem du eine neue Art des Essens entdeckst.


Achtsames Essen what...?

Nun... was bedeutet denn achtsames Essen für dich? Was stellst du dir darunter vor? Was waren die ersten Gedanken, die dir durch den Kopf gegangen sind, als du den Titel dieses Blogbeitrages gelesen hast?

Wie bereits in vorhergehenden Blogbeiträgen möchte ich dich nicht mit irgendwelchen wissenschaftlichen Definitionen langweilen, sondern dir vielmehr aufzeigen, was achtsames Essen für mich heisst. Und ich möchte dich einmal mehr dazu motivieren, für dich deine gangbare Definition zu finden. Denn meistens haben wir langfristig keinen Erfolg, wenn wir uns (oder unser Essverhalten) in irgendeine starre, wissenschaftliche Definition zu quetschen versuchen. Wenn wir einen für uns gangbaren Weg finden und uns damit wohlfühlen, stehen die Chancen viel besser langfristig erfolgreich zu sein.


So... lange Rede kurzer Sinn:

Für mich bedeutet achtsames Essen, dass ich mich mit dem Essen auseinandersetze. Und zwar nicht nur während des Essens selbst, sondern schon bei der Planung meiner Mahlzeiten, beim Einkaufen der Zutaten, bei der Zubereitung der Speisen und dann natürlich beim Verzehr. Sozusagen eine allumfassende Art zu essen.



Wie du deine Mahlzeiten achtsam planst...

Inwiefern setzt du dich schon heute mit deinem Essen auseinander? Bist du eher der Typ, der jeden Abend noch kurz in den Supermarkt geht und sich das kauft, worauf er gerade Lust hat? Oder erstellst du einmal pro Woche einen Menüplan und kaufst alles auf einmal ein?

Nun, wenn ich ehrlich bin, ich war (und bin teilweise auch noch) eher der erst genannte Typ. Mindestens alle zwei bis drei Tage ging ich einkaufen, und zwar nur gerade das, was mich angesprochen hat. Ziemlich unabhängig von Herkunft, Zutatenliste und Verpackung. Das hat einerseits den grossen Vorteil, dass man wirklich in sich hinein spüren kann und dann das kauft und isst, was einem der Körper gerade als richtig anzeigt. Andererseits generiert man dadurch natürlich viel mehr Abfall und oftmals auch mehr Essensabfälle, weil einen die Resten vom Vortag nicht gerade "gluschten" und sie dann im Kühlschrank vor sich hin gammeln.


Bitte verstehe mich nicht falsch, ich möchte hier keine Kategorien erstellen und natürlich gilt auch hier, dass jeder den für sich gangbaren Weg finden darf. Ich möchte dir einfach aufzeigen, welchen Weg ich für mich gefunden habe und vielleicht spricht dich das ja an und du möchtest es ebenfalls ausprobieren.


Insbesondere beim Essen war ich lange Zeit ein Mensch der Absolutismen - gar kein Zucker, kein Fleisch, keine tierischen Produkte oder aber auch radikale Diäten. Dies für einige Zeit durchzuhalten war jeweils kein Problem, aber irgendwann kam stets der Punkt, wo ich "brach" und alles über den Haufen warf.


Und deshalb suche ich mir heutzutage bewusst meinen Weg - meistens ein Mittelweg.

  • So kaufe ich heute nach wie vor relativ häufig ein, weil es mir wichtig ist, auf meinen Körper zu hören und ihm das zu geben, was er braucht (und nicht nach strikten Vorgaben zu leben).
  • Aber, da mir der Umweltschutz ein grosses Anliegen ist, kaufe ich praktisch ausschliesslich Bio/Label und vor allem regionale Produkte ohne Plastikverpackung. (Und trotzdem gönne ich mir ab und an eine Mango oder ein Fisch aus Übersee. Dies geschieht dann aber sehr bewusst.)


Was ich dir für die Planung mitgeben möchte:

  • Höre auf deinen Körper! Meistens spricht er sehr deutlich zu uns, auch wenn wir das oftmals nicht mehr hören (wollen).
  • Plane deine Mahlzeiten und deine Einkäufe so, dass du auch kurzfristig variieren kannst. Ich habe immer eine Grundstock an Beilagen zu Hause, damit ich z.B. den Reis auch durch Gerste ersetzen könnte, oder die Aubergine durch Zucchetti.
  • Vertraue deinem Gefühl und erlaube dir auch, von einem geplanten Rezept abzuweichen, indem du z.B. ein Gemüse ersetzt oder indem du noch eine weitere Zutat, die dich gerade besonders "gluschtet" hinzufügst.
  • Und: dein Körper wird es dir danken, wenn du dich dich bewusst damit auseinandersetzt, was du ihm zuführst (Zutatenlisten können echt abschreckend sein).


Achtsam kochen...

Heieiei, wie oft komme ich nach Hause, kurz vor dem Verhungern und dann muss einfach noch schnell etwas gekocht werden... Die Karotten werden husch husch geschält, beim Aufsetzen des Wassers für die Teigwaren verbrenne ich mich, beim Hacken der Kräuter schneide ich mich...

Dadurch entsteht unglaublich viel negative Energie, die sich anschliessend auch auf die Mahlzeit und insbesondere auf deinen Genuss beim Essen überträgt. Und meistens ist man am Schluss trotzdem nicht schneller bei der Zubereitung...

Ich habe deshalb meine Wahrnehmung geschult. Wenn ich schon weiss, dass es jetzt schnell gehen muss, weil ich super hungrig bin, esse ich noch einige Mandeln, damit ich in Ruhe kochen kann. Oder: sobald ich merke, dass ich während des Kochens in Stress komme, atme ich tief ein und aus und nehme bewusst Geschwindigkeit raus. Ich überlege mir dann, was es bringt, wenn ich jetzt stresse und meistens realisiere ich, dass er gar nichts bringt. Weshalb also der Stress?


Was ich dir fürs Kochen mitgeben möchte:

  • Nimm dir Zeit zum Kochen, denn die Energie überträgt sich auf deine Mahlzeit und dein Essverhalten.
  • Falls du schon super hungrig bist, iss noch ein, zwei Mandeln, damit du in Ruhe kochen kannst.
  • Hast du dich schon geschnitten, der Reis ist schon in der Pfanne angebrannt oder das Gemüse brei-mässig durchgekocht? Atme tief ein und aus, überlege dir, was es dir bringt, wenn du in der Hektik kochst und nimm bewusst Tempo raus. Du wirst das Essen danach ganz anders geniessen.


And here we go: wie du achtsam isst...

Nun, endlich ist alles bereit, der Teller steht vor dir, du bist echt hungrig und du verschlingst alles in wenigen Bissen?

Mir ging es lange so und anschliessend fühlte ich mich nicht nur gebläht, sondern auch deprimiert, weil ich gar nicht wahrnahm, was ich gegessen habe? Besonders schlimm war es, wenn ich mir etwas Süsses gegönnt habe. Und weil ich so Bock drauf hatte, hab ich es rübis stübis weggeputzt und es wirklich nicht genossen. Dann ist es die Kalorien also echt nicht wert.

Und so habe ich nah dies nah die Kunst des achtsamen Essens entdeckt und was es alles auslöst. Seither geniesse ich nicht nur die Planung und Zubereitung der Mahlzeiten mehr, sondern insbesondere die Mahlzeit selbst. Ich esse die Karotte bewusst, achte mich auf die Konsistenz, den Geschmack, ...


Eine Übung für dich

Möchtest du erfahren, was achtsames Essen alles verändert, es gelingt dir aber bei deinen Mahlzeiten nicht, weil du entweder zusammen mit anderen isst, nebenbei noch der Fernseher läuft oder du ein Buch list?

  • Nimm dir bewusst 5 Minuten Zeit.
  • Schnapp dir am besten eine Dörrfrucht; eine Rosine, eine Pflaume, ein Stück Mango, etwas, was du wirklich gerne magst.
  • Schaue dir die Frucht an, erkenne die Struktur, nimm die Farbe wahr, die einzelnen Nuancen.
  • Fühle die Frucht, ist sie weich oder hart, feucht oder trocken, lässt sie sich biegen, brechen oder auseinander ziehen?
  • Rieche die Frucht mit der Nase bevor du sie in den Mund steckst. Was riechst du? Ist sie süsslich, herb, sauer, blumig, erdig, nussig, frisch, faul, natürlich oder chemisch? Hier sind dir keine Grenzen gesetzt. Lasse dich ganz auf den Geruch ein.
  • Schmecke die Frucht: Beisse ein Stück ab und kaue es bewusst, ist die Frucht weich oder zäh, luftig oder kompakt, eher geschmeidig oder klebrig? Was schmeckst du? Süss, sauer, bitter, salzig, herb, scharf, ...
  • Und dann schlucke die Furcht herunter und erkenne, wie wertvoll und bereichernd es ist, achtsam zu essen!


Wie du auch im Alltag achtsam essen kannst...

Ich bin mir durchaus bewusst, dass sich die Übung nicht 1:1 auf deinen Alltag und auf deine Mahlzeiten übertragen lässt. Ich stelle auch bei mir immer wieder fest, wie UNachtsam ich esse wenn ich in Gesellschaft bin oder wenn ich daneben noch TV schaue.

Mein Tipp für dich zum Starten:

  • Wähle dir bewusst eine Mahlzeit pro Woche aus, die du ganz achtsam isst.
  • Such dir dein Lieblingsmenü aus, plane die Mahlzeit sorgfältig, kaufe bewusst ein; wähle die schönste Tomate, die grünste Zucchetti, den leckersten Käse...
  • Nimm dir Zeit fürs Kochen, schnippsle die Zutaten in Ruhe, gönn dir vielleicht ein Glas Wein während der Vorbereitungen, beobachte, wie die Zutaten kochen, wie das Wasser verdampft, der Käse schmilzt...
  • Decke dir den Tisch, zünde eine Kerze an, richte den Teller schön an...
  • Und dann setz dich hin und wiederhole die Übung mit der Dörrfrucht.
  • Schau dir die Mahlzeit an.
  • Wenn du möchtest, nimm z.B. ein Stück Tomate in die Hand und fühle es. (Ich bin mir durchaus bewusst, dass dies nicht bei allen Gerichten angenehm ist. Aber erinnere dich daran, wie viele Kulturen ALLES mit den Händen essen.)
  • Rieche dein Essen. Nimm etwas auf die Gabel und rieche zuerst mit deiner Nase!
  • Und dann koste das Essen. Achte dich auf den Geschmack, die Textur, die Temperatur, ...
Du wirst merken, wie viel Spass es macht, achtsam zu essen. Und vielleicht ist es dann irgendwann nicht mehr eine Mahlzeit pro Woche, sondern zwei, drei, vier oder fünf. Und je achtsamer, du für dich alleine beginnst zu essen, desto achtsamer wird auch dein Konsum, wenn du in Gesellschaft bist.


Dort macht es sogar noch mehr Spass, weil man die Wahrnehmung und die Entdeckungen teilen und darüber philosophieren kann. Der Spass ist garantiert!


Ich hoffe, ich konnte dir achtsames Essen etwas näher bringen und wünsche dir viel Vergnügen beim Ausprobieren.

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unbekannt

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